Viele erleben ihre Schwangerschaft als eine sichere Zeit mit sehr viel Unterstützung. Werdende Mütter treffen ihre Hebamme regelmäßig und haben während der gesamte Schwangerschaft intensiv Kontakt mit Kinder- und/oder Frauenarzt. Wenn Mütter dann mit ihrem Neugeborenen nach Hause kommen, empfinden nicht wenige eine gewisse Einsamkeit: oft haben Mütter das Gefühl, sie hätten viel Zeit aufgewandt, um sich auf die Geburt vorzubereiten, aber dabei die Zeit danach vergessen – als müsste die Mutter jetzt auf eigene Faust ohne Unterstützung zurechtkommen. Dies ist aber nicht der Fall – nach der Geburt können Sie viel Unterstützung bekommen.
Unterstützung in den ersten drei Monaten
Nachdem Sie aus der Geburtsklinik entlassen worden sind, haben Sie ein Recht auf die Betreuung zu Hause durch eine Hebamme im Wochenbett. Diese sollten Sie möglichst schon in der frühen Schwangerschaft kontaktiert haben. An manchen Orten macht ein Hebammenmangel es schwer, seine Wochenbetthebamme zu finden.
Wie oft Ihre Hebamme Sie und Ihre Familie zu Hause besucht, ist sehr individuell. Die Krankenkasse übernimmt in den ersten 10 Tagen nach der Geburt die Kosten für maximal zwei Besuche der Hebamme täglich. Meistens kommt sie in den ersten 10-14 Tagen täglich, dann vielleicht alle 2-3 Tage.
Sie können Ihre Hebamme in der gesamten Stillzeit kontaktieren. Dies wird von den meisten Krankenkassen übernommen.
Was tun bei akuten Problemen?
Sie können Ihre Hebamme jederzeit kontaktieren. In der Nacht melden Sie sich bitte beim örtlichen Notruf- oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, der nächsten Rettungsstelle/Notaufnahme oder Ihrem örtlichen Krankenhaus, wenn Sie weitere Ratschläge oder Hilfe benötigen.
Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen
Wenn Sie sich nach der Geburt niedergeschlagen fühlen – was nichts Ungewöhnliches ist – sollten Sie mit Ihrem Frauen- oder Kinderarzt/Ärztin, einer Hebamme oder Ihrem Hausarzt sprechen. Oft spricht man in diesem Zusammenhang vom „Babyblues” – ein völlig normaler, aber vorübergehender Zustand, der auf den enormen hormonellen Veränderungen im Körper basiert. Gefühle und Launen wechseln dann in schneller Folge – der Weg vom großen Babyglück über Traurigkeit hin zu Niedergeschlagenheit ist oft kurz. Nicht selten kommen jungen Müttern schnell die Tränen, obwohl sie sich glücklich fühlen. Aber Niedergeschlagenheit nach der Geburt kann auch ein Hinweis auf eine Depression sein. Geht Ihre Unruhe und Niedergeschlagenheit nicht in einigen wenigen Tagen vorbei, sondern werden sogar noch schlimmer, sollten Sie nie zögern, sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Hebamme zu wenden, um die richtige Hilfe zu bekommen.
Ihr Kinderarzt/Ihre Ärztin und Hebamme können Sie wirkungsvoll unterstützen und beraten – sowohl bei Problemen als auch bei Fragen zum neuen Familienalltag: Eifersucht zwischen Geschwistern, Müdigkeit, Schlaf und andere Fragen zu Ihrer Elternrolle. Kinderarzt/ärztin und Hebamme übernehmen so in vielerlei Weise die unterstützende und beratende Rolle, die Frauenarzt/ärztin und Hebammen Ihrer Mütterberatung während der Schwangerschaft für Sie innehatten.
Quelle(n):
- Kaplan, A. (red.) (2009). Lärobok för barnmorskor. (3., omarb. uppl.) Lund: Studentlitteratur.
- Myles, M.F., Marshall, J.E. & Raynor, M.D. (red.) (2014). Myles textbook for midwives. (16th edition). Edinburgh: Elsevier.
