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Urinaustritt kann nach der Schwangerschaft normal sein

Eine spezifische Art von Urininkontinenz ist während der ersten Zeit nach der Schwangerschaft normal. Bei manchen hält diese nur für ein paar Tage an, bei anderen kann es sich über einen Zeitraum von Wochen ziehen. Der ungewollte Austritt von Urin stoppt, sobald Sie Ihre Stärke im Dammbereich wiedererlangt haben.

Kann man trainieren, um Austritt von Urin vorzubeugen?

Im Harntrakt befinden sich verschiedene Arten von Muskeln, die den ungewollten Austritt von Urin verhindern. Zusätzlich unterstützt der Dammbereich diese Struktur des Harntraktes. Das bedeutet, dass wir die Muskeln trainieren können, um dem Austritt von Urin vorzubeugen, vorausgesetzt es sind die schwachen Muskeln, die dafür verantwortlich sind. Wenn Sie nach der Schwangerschaft daran leiden, dass Sie Urin verlieren, wird empfohlen, regelmäßig den Harntrakt zu trainieren. Falls es trotz Training des Harntraktes auch nach 6 Monaten noch zum Austritt von Urin kommen sollte, raten wir Ihnen, sich Hilfe zu suchen. Untersuchungen zielen darauf ab, herauszufinden, mit welcher Art von Inkontinenz Sie es zu tun haben. In den meisten Regionen kann dies von einer Urologin erfolgen oder Sie wenden sich an Ihren Frauenarzt.

Es gibt verschiedene Arten von Inkontinenz

Eine medizinische Definition von Urininkontinenz ist wie folgt beschrieben: “Unfreiwilliger Austritt von Urin, welcher objektiv nachweisbar ist und soziale oder hygienische Probleme für das Individuum zur Folge hat.” Eine einfachere Beschreibung von Urininkontinenz ist, dass Sie Ihren Urin nicht kontrollieren können und an der Unannehmlichkeit leiden, dass Sie unfreiwillig Urin verlieren.

Inkontinenz kann in die folgenden Kategorien eingeteilt werden:

  • Belastungsinkontinenz - bedeutet, dass Urin in Kombination mit Husten, Lachen, Trainieren oder schwerem Heben austritt. Diese Art der Inkontinenz ist unter Frauen am verbreitetsten, während Männer kaum davon betroffen sind. Ein typisches Anzeichen für Belastungsinkontinenz ist, dass ein kleines bisschen Urin ausläuft, ohne dass Sie das Gefühl haben, auf Toilette zu müssen. Die bekanntesten Faktoren, die diese Art der Inkontinenz bei Frauen verursachen, sind Schwangerschaften, Geburten, starke Übergewichtigkeit, schweres Heben, lang anhaltende Verstopfung, vaginale Operationen, Beschädigung des Bindegewebes, Vererbung und chronische Luftröhrenerkrankung.

  • Dranginkontinenz - zeichnet sich durch den plötzlichen Drang des Wasserlassens aus. Dies passiert für gewöhnlich, wenn es nicht möglich ist, rechtzeitig eine Toilette aufsuchen zu können.

  • Gemischte Inkontinenz - ist eine Kombination von Belastungs- und Dranginkontinenz.

  • Überlaufinkontinenz - betrifft überwiegend Männer mit Prostatabeschwerden oder Menschen mit Krankheiten, die den Harntrakt oder die Urinproduktion betreffen, wie zum Beispiel Diabetes oder neurologische Erkrankungen.

Die jeweilige Behandlung unterscheidet nach der Art der Inkontinenz. Daher ist es wichtig, eine Untersuchung durchführen zu lassen, um herauszufinden, mit welcher Art von Inkontinenz Sie es zu tun haben. Erst im Anschluss kann die passende Behandlung erfolgen.

Es gibt heutzutage viele Behandlungsmethoden mit guten Ergebnissen

Für alle Frauen, die weiterhin an Urininkontinenz leiden: Wir wissen, dass es sich wie ein Tabuthema anfühlen kann und ein Gefühl der Unsicherheit mit sich bringt, ob es Hilfe gibt und wo. Durch eine Vielzahl an Studien aus aller Welt wissen wir außerdem, dass weniger als die Hälfte aller Frauen, die an Urininkontinenz leiden, dieses Problem medizinisch behandeln lassen. Der Grund liegt vermutlich darin, dass dieses Problem mit einem Schamgefühl einhergeht und dass eine Unsicherheit besteht, welche Behandlungsmethoden verfügbar sind.

Es gibt mittlerweile viele erfolgreiche Behandlungsmethoden und es gibt daher keinen Grund, die Beschwerden für sich zu behalten und zu leiden. Zögern Sie nicht, Hilfe für Ihr Problem aufzusuchen und geben Sie nicht auf, bis all Ihre Fragen beantwortet sind.

Quellen: - Janson, P-O., & Landgren, B-M. Gynekologi (2010). Studentlitteratur. - SBU. Behandling av urininkontinens. En systematisk litteraturöversikt. Stockholm: Statens beredning för medicinsk utvärdering (SBU); 2000. SBU-rapport nr 143. ISBN 91-87890-56-9. - SFOG, Bäckenbottenutbildning (2021). Rådgivning vid problem efter förlossning. http://backenbottenutbildning.se/index.php/utbildningsmaterial/tankesatt-vid-problem-efter-bristning.