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Die Erfahrung, ein Kind zu gebären

Ein Kind zur Welt zu bringen ist eine Erfahrung unterschiedlicher Dimensionen. Sie haben vermutlich eine Vorstellung davon, wie die Geburt ablaufen wird. Allerdings ist wichtig zu wissen, dass diese Erfahrung komplex ist und nicht immer so sein wird, wie Sie es sich vorgestellt haben.

Man ist schnell verunsichert über das, was passieren wird, doch was Frauen als wichtig bei der Geburt beschreiben, ist das Gefühl der Kontrolle, die Erfahrung von Schmerz, das Gefühl, ein Teil von etwas Größerem zu sein und die Beziehung zwischen den beteiligten Menschen aus dem sozialen Leben.

Wenn die Erfahrung positiv war

Manchmal entsprechen die Gedanken und Erwartungen, die Sie hatten, genau dem, was passiert ist und sind das, was Ihnen ein Gefühl der Sicherheit gegeben hat. Die Geburt könnte genau so abgelaufen sein, wie Sie es erwartet haben, und Sie werden ein positives Gefühl mit Ihrer Schwangerschaft verbinden. Die Geburt könnte hingegen auch genau gegenteilig zu Ihren vorherigen Vorstellungen gewesen sein und möglicherweise sind Ihre größten Ängste Wirklichkeit geworden. Dies bedeutet trotz allem nicht, dass die Erfahrung nicht eine Positive sein kann.

Sich in einer Situation sicher zu fühlen, die Sie zuvor mit Respekt betrachtet haben oder sogar fürchteten, kann eine positive Erfahrung zum Ergebnis haben. Ganz einfach, weil Sie sich trotz allem, was passiert ist, sicher gefühlt haben. Dies kann zu einem stärkeren Selbstbewusstsein beitragen. Frauen haben oft gesagt “Obwohl meine schlimmsten Befürchtungen Wirklichkeit geworden sind, habe ich mich dennoch in guten Händen gefühlt”. Es ist ein Gefühl von “Obwohl es passiert ist, habe ich es trotzdem geschafft” - Das ist etwas, dass Ihr Selbstvertrauen auf lange Sicht stärken kann.

Wenn die Erfahrung negativ war

Falls das Gefühl von Sicherheit nicht eingetreten ist und die Erfahrung nicht positiv war, kann ein traumatisches oder negatives Erlebnis der Geburt das Risiko auf Unzufriedenheit und eine postpartale Depression steigern. Es können außerdem Gefühle auftreten wie “Ich habe versagt” oder andere negative Gedanken über die eigene Leistung. An dieser Stelle möchten wir Sie daran erinnern, dass man als Mutter bei der Geburt nicht versagen kann und dass es keinen “schlechten oder falschen Weg” gibt, sein Kind auf die Welt zu bringen. Nichtsdestotrotz gibt es Umstände, durch die die Geburt anders geworden ist, als Sie es sich erhofft hatten.

Zögern Sie nicht, um Hilfe zu bitten

Studien zufolge erfahren Frauen, dass das medizinische Personal negativen oder traumatischen Geburtserfahrungen keine Aufmerksamkeit schenkt. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie nicht zögern, über Ihre Erfahrungen und Gefühle zu sprechen. Hilfsangebote sind verfügbar. Eine negative oder traumatische Erfahrung kann zu Problemen beim Stillen führen sowie PTBS und Depressionen hervorrufen. Dies kann ein Grund dafür sein, dass eine Mutter weitere Schwangerschaften vermeiden möchte. Bedenken Sie aber, dass sich solche Erfahrungen auch verändern können, sobald Sie die Zeit haben, herunterzufahren und das Geschehene reflektieren können.

Wenn Sie sich mit negativen Gedanken bezüglich der Geburtserfahrung quälen, kann es hilfreich sein, Ihre Wochenbett-Hebammezu kontaktieren, Sie können mit ihr über Ihre Erfahrung sprechen, Fragen zu fragen und Erklärungen erhalten. Dies kann Ihnen dabei helfen, mit dem negativen Ergebnis abzuschließen und Ihre Schwangerschaft in einem anderen Licht zu sehen. So ein Treffen mit erfahrenen Personen, denen Sie vertrauen können, kann sehr hilfreich sein. Falls Sie an Stress-Syndrom oder Depressionen leiden, benötigen Sie zusätzliche Hilfe wie zum Beispiel durch Gesprächstherapie.

Quellen: - Myles, M.F., Marshall, J.E. & Raynor, M.D. (red.) (2014). Myles textbook for midwives. (16th edition). Edinburgh: Elsevier. - Nilsson, C. (2012). Förlossningsrädsla - Med fokus på kvinnors upplevelser av att föda barn. (Doktorsavhandling/ Dissertation, Linnaeus University/ Linnéuniversitetet. Written in Swedish.