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Die achte Woche nach der Entbindung

Nach ca. 8-12 Wochen sollten Sie bei Ihrem Gynäkologen/Ihrer Gynäkologin zur Nachsorge gewesen sein. Zu dieser Nachsorge gehört eine gynäkologische Untersuchung durch den Arzt/die Ärztin, um zu sehen, wie eventuelle Risse verheilt sind – aber auch, um zu beurteilen, wie gut das An- und Entspannen funktioniert.

Vermutlich hat Ihre Hebamme dies bereits mehrmals mit Ihnen in den zurückliegenden Wochen abgestimmt. Wenn bei der Gynäkologin/dem Gynäkologen alles gut aussah, können Sie Ihre Aktivitäten sukzessiv steigern. Denken Sie daran, ein Training „von innen heraus“ zu gestalten, und beginnen Sie mit Übungen des An- und Entspannens sowie dem Beckenbodentraining. Achten Sie darauf, ob Sie dabei irgendwelche Beschwerden haben, und zögern Sie gegebenenfalls nicht, Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Hebamme anzusprechen. Ein gewisses Gefühl der Schwere oder der Empfindlichkeit kann immer noch vorhanden sein – es sollte jedoch im Auge behalten werden. Nach einer Schwangerschaft und speziell für den Fall, dass Sie Ihr Kind stillen, ist der Östrogenspiegel niedrig. Dies hat Auswirkungen auf die Schleimhäute und kann bewirken, dass diese trocken und empfindlich sind und dass Ihre Scheide trocken ist. Dies ist völlig normal und verschwindet im Laufe der Zeit. Bis diese Beschwerden jedoch von allein abgeklungen sind, können Sie lokal wirkendes Östrogen verwenden, das Sie in der Apotheke bekommen – dieses Östrogen kann Beschwerden lindern und manchmal ganz verschwinden lassen.

Bei der Nachsorge werden auch Blutdruck, Blutwerte und Gewicht überprüft. Dies ist auch eine Gelegenheit, wo Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin möglicherweise die Entbindung noch einmal durchsprechen, Ihr Erleben und wie es Ihnen in Ihrer neuen Elternrolle geht. Sie haben wahrscheinlich bereits mit Ihrer Hebamme darüber gesprochen. Möglicherweise werden Sie auch nach der Relation mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin und Ihrem Sexualleben gefragt. Wie wird eine eventuelle Beziehung beeinflusst? Es ist wichtig, es zu wagen, darüber zu sprechen – nicht selten haben zwei Partner verschiedene Erwartungen und erleben ihre Beziehung nach einer Schwangerschaft unterschiedlich.

Ihre Hebamme oder Gynäkologe/Gynäkologin kann sich auch die Narbe anschauen und beurteilen, ob der Heilungsprozess so abläuft wie erwartet.

Einige Tage oder Stunden fühlt sich ganz sicher das Leben leichter an, an anderen Zeiten schwieriger. Es kann Ihnen helfen, nervige Tage einfach verstreichen zu lassen und sich darauf zu verlassen, dass bessere Tage kommen werden. Machen Sie einen Spaziergang, reden Sie mit einer vertrauten Person, ändern Sie gegebenenfalls Abläufe, die Ihnen zurzeit schwerfallen. Buchen Sie Termine um oder ab – es kommen neue Gelegenheiten.

Referenzen: - Deutscher Hebammenverband DHV - Janson, P.O. & Landgren, B. (red.) (2010). Gynekologi. (1. uppl.) Lund: Studentlitteratur. - Kaplan, A. (red.) (2009). Lärobok för barnmorskor. (3., omarb. uppl.) Lund: Studentlitteratur. - Myles, M.F., Marshall, J.E. & Raynor, M.D. (red.) (2014). Myles textbook for midwives. (16th edition). Edinburgh: Elsevier. - Savage S. J. (2020). A Fourth Trimetser Action Plan for Wellness. The Journal of Perinatal Education. Apr 1;29(2):103-112. DOI: 10.1891/J-PE-D-18-00034